"Verlogener Dialog" Islamexperte Prof. Dr. Bassam Tibi      

Der muslimisch-christliche Dialog war häufig verlogen. Denn nach der Scharia, dem religiösen Gesetz der Muslime, sind Christen und Juden Gläubige zweiter Klasse. Sie gelten als Schutzbefohlene, nicht aber als gleichwertig. Der Dialog kann aber nur gelingen, wenn Muslime alle Andersgläubigen als gleichwertig anerkennen. Das haben Christen aus falsch verstandener Rücksicht nicht eingefordert. Damit akzeptieren sie stillschweigend den islamischen Anspruch auf Dominanz.
Islamischer Religionsunterricht ist nur sinnvoll unter der Voraussetzung, dass der Unterricht von kompetenten Lehrern in deutscher Sprache erteilt wird. Dafür brauchen wir Lehrinstitute hier in Deutschland. Wenn Lehrer konservativer Islamschulen aus der Türkei zu uns kommen, bringen sie ihr antidemokratisches Gift mit und geben es weiter an hier geborene Kinder und behindern ihre Integration. Darum bin ich unter jetzigen Bedingungen gegen Islamunterricht an deutschen Schulen.
Das Urteil des Verfassungsgerichtes zum Schächten ist ein trauriges Beispiel dafür, dass die höchsten deutschen Richter eine Scharia-Norm übernommen haben. Den Islamräten ging es nicht um das Schächten. Das Urteil war Teil eines Dominospiels, die nächsten Steine werden folgen. Nach den Schriften des Propheten geht es übrigens allein darum, dem Tier kein Leid zuzufügen. Betäubungsmethoden gab es damals noch nicht. Nach dem Analogieschluss ist heute also das Schächten keineswegs die einzige Schlachtmethode.

Nach der Scharia gibt es keine Gleichheit zwischen Mann und Frau. Im Koran heißt es, die Männer sind den Frauen überlegen, weil Gott sie so erschaffen hat. Das ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Ich bin Vater der Idee des Euro-Islam, dem Konzept eines aufklärerischen Islam, der sich mit der Verfassung vereinbaren lässt. Dafür gilt es, den Islam neu zu denken.
Quelle: EKD