Beim "Gebetsfrühstück" in Washington weist Präsident Bush
Gott seine Rolle zu -
Amerika wird nach dem Willen Gottes triumphieren

Ist es zynisch, gar Blasphemie oder Ausdruck einer Form des christlichen Glaubens, die hier zu Lande schwer nachvollziehbar ist? Mitten in den Kriegsvorbereitungen gegen den Irak hat US-Präsident George Bush seine Landsleute zum Gebet um "Gottes Führung" aufgefordert. Die Columbia-Katastrophe, der mögliche Krieg im Irak und die ständige Bedrohung durch den internationalen Terrorismus seien eine "Zeit der Prüfung" für die Vereinigten Staaten, sagte Bush anlässlich des seit 1952 einmal jährlich stattfindenden "Nationalen Gebets-Frühstücks" in Washington. "In dieser Stunde der Geschichte unseres Landes brauchen wir das Gebet", so Bush wörtlich. "Wir beten um die Weisheit, zu wissen und zu tun, was richtig ist, und um Gottes Frieden in den Angelegenheiten der Menschen."
Anwesend waren neben 240 Parlamentsmitgliedern und 50 Senatoren auch die Direktorin für Nationale Sicherheit, Condoleeza Rice, sowie Geheimdienst-Chef George Tenet und eine 30-köpfige Delegation aus Deutschland. Bush sagte, Amerika werde auf Grund des Willen Gottes und mehrerer Faktoren über seine Gegner triumphieren: wegen des Charakters seiner Bevölkerung, seinem Willen, frei von Unterdrückung zu sein, und auf Grund des Willens Gottes. Dafür bete er um Stärke, Führung und Vergebung.
Aus: Evang. Sonntagsblatt vom 16. Februar 2003