Hesselbach

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"Leute, fresst Scheiße, denn 44 Millionen Fliegen können sich nicht irren«....."

Aus Zeitmangel, lästiger Parkplatzsuche oder auch aus reiner Bequemlichkeit blühte immer mehr der Onlinehandel. Amazon und besonders auch seine Alexa kurbeln das Geschäft an.
Gerade rechtzeitig zu diesem Thema ist ein kleines Büchlein erschienen mit dem Titel "Schnauze, Alexa!" Es lohnt sich, das Buch, das keine fünf Euro kostet, zu kaufen und zu lesen.
Wir, als Steuerzahler haben Amazon und Co. reich gemacht. Hier ein kleiner Auszug aus dem ersten Kapitel des Buches: von Johannes Bröckers "Die Zukunft, auf die wir uns einlassen, ist die Gegenwart, in der wir leben werden" Um das gleich mal klarzustellen: Auch ich verfüge über einen aktiven Amazon-Account und zähle damit also selbst zu den inzwischen rund 44 Millionen Kunden in Deutschland, die dafür sorgen, dass aktuell rund ein Viertel aller Online-Umsätze in diesem Land in der Kasse von Amazon klingeln. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie cool ich es damals fand, als ich mein erstes Buch im Netz bestellt habe. Amazon war damals noch ein vergleichsweise kleiner Online-Bookshop, und meinen Lieblingsbuchladen konnte ich aus Zeitgründen in der Regel nur am Samstag besuchen. Und wenn dann das Buch, das mich gerade interessierte, nicht im Laden war, dauerte es eben eine weitere Woche, bis ich es mir abholen konnte.
Damals fragte ich meinen Buchhändler, ob er nicht eine kleine Website einrichten wolle oder wenigstens einen Bestellservice über E-Mail. "Ja, wir diskutieren gerade im Kollektiv, wie wir damit umgehen sollen, das wird aber noch dauern«, war die Antwort. Okay, DSL war damals noch nicht erfunden, und die digitale Welt erschloss sich noch im gemütlichen 56kb-Speed auf deinem Rechner. Aber während mein Buchhändler noch über die Einrichtung einer Mailadresse für Kundenbestellungen nachdachte, bot Amazon schon den gesamten Bücherkosmos inklusive Home-Delivery-Service per Mausklick an. Logisch war das cool, und irgendwie fühlte man sich mit der Zukunft verbunden.
Inzwischen ist meine Bewunderung für Amazon deutlich abgekühlt, und tatsächlich nutze ich Amazon heute eher wie die Notfall-Fertigpizza im Einfach meines Kühlschranks. Wenn's mal gar nicht anders geht, muss sie dran glauben.
In nicht mal 25 Jahren hat es Amazon-Gründer Jeff Bezos geschafft, seine Garagenfirma zu einem One-Billion-Dollar-Unternehmen zu entwickeln, zum neben -Apple wertvollsten Unternehmen des Planeten. Und sich selbst hat er mit aktuell kolportierten 150 Milliarden ganz nebenbei zum reichsten Mann der Welt gemacht. Sauber - und ich war dabei und habe ihn fett gemacht.
Nur 58 Länder können ein Bruttoinlandsprodukt vorweisen, das höher ist als das private Vermögen von Jeff Bezos. 135 Länder dieser Erde liegen mit ihrem BIP weit abgeschlagen zurück. Man kann diese Leistung und diesen Typen dafür bestaunen, und sicher wird Bezos in bestimmten Kreisen eine Bewunderung wie die für Steve Jobs zuteil. Aber wir wissen natürlich auch, dass dieser kometenhafte Aufstieg einen hohen Preis hat, den natürlich andere bezahlen und nicht der umtriebige Jeff.
Fragen Sie mal ansonsten durchaus kritisch die Welt betrachtende Zeitgenossen aus Ihrem Umfeld nach deren Online-Verhalten. "Sag mal, warum machst du eigentlich immer noch bei Facebook, WhatsApp oder Instagram mit?" "Na ja, ohne WhatsApp könnte ich ja meinen Job oder meine Familie gar nicht mehr organisieren!« "Aber spätestens seit Cambridge Analytica wissen wir doch, was Facebook und Co. mit unseren Daten machen. "Ja ich weiß, du hast ja recht, aber ... So etwa versandet die Debatte dann meistens schulterzuckend, und das klingt immer irgendwie nach "Leute, fresst Scheiße, denn 44 Millionen Fliegen können sich nicht irren«....."