UKW
Bei meiner Lizenzierung 1964 konnte nur die Prüfung für die A-Klasse der Funkamateure bei der OPD in Nürnberg abgelegt werden. Nach erfolgreicher Prüfung bekam man die Lizenz für das Funken auf KW mit 50 Watt und die Genehmigung für 144 MHZ mit 10 Watt Leistung. Jeder musste also die Telegrafieprüfung ablegen. Nun gab es aber interessierte Funktechniker, die ohne CW Prüfung eine Amateurfunkprüfung für UKW erwerben wollten. Für sie wurde die C-Klasse geschaffen. Eine sehr gute Entscheidung, denn die „Technikerlizenz“ war eine Bereicherung für den Amateurfunk.
Auf UKW waren solide handwerkliche Arbeiten gefragt, denn stabile Schwingkreise auf UKW waren schwerer aufzubauen. Ich interessierte mich erst für UKW als DL6SW einen Bausatz für ein portables Gerät veröffentlichte. Ich baute es nach und auf Bergen könnte man schöne Verbindungen damit herstellen. Gesendet wurde auf einer Quarzfrequenz und dann rief man „ich drehe über das Band“, um eventuell eine antwortende Station auf UKW zu hören. Das Gerät fiel auf einen Stein, der Wahlschalter zerbrach und ich verkaufte es an einen bekannten OM.
Jetzt erschienen auf dem Markt ausrangierte Taxifunkgeräte mit Röhren bestückt. Ich besorge mir einen passenden Quarz für die Sendefrequenz in unserem 2m Band. Über ein kleines Bedienteil beim Autoradio war ich damit mobil QRV. Das eigentlich Gerät brauchte viel Platz im Kofferraum vom alten VW Variant. Persönlich lernte ich bei gemeinsamen Tagungen Hans-Jürgen Jander, DJ7EW + , kennen. „Fridolin“ war der Erbauer des UKW Relais auf dem Ochsenkopf, nach Nürnberg dem zweiten Amateurfunk-Relais in Deutschland. Damals war es selbstverständlich, wer über ein Relais ruft, dem wird man auch antworten. UKW bekam jetzt mehr Anhänger, denn das Netz der Relaisstationen wuchs mehr und mehr. Trotzdem, ein großer Freund von UKW wurde ich nicht, auch vom Auto aus pflegte ich mehr die Kurzwelle.

Notfunk
1976 wurde an unserem Ortsverband herangetragen, eine Liste von Funkamateuren für einen schwereren Notfall zu erstellen. Katastrohenhilfepläne wurden in den größeren Städten entwickelt. Auch der DARC richtete ein Notfunkreferat ein. Diese Katastrophenhilfe hat sich bei Erdbeben und totalen Stromausfällen bewährt. Funkgeräte auf KW, Strombetrieb aus Autobatterien, Mobilantennen und gut geschulte Ohren von Funkamateuren waren gefragt. Am Auto hatte ich einen Aufkleber, ein rotes Kreuz mit dem Vermerk „Funk an Bord“. Abends wurd ich einmal zum großen Helfer, als auf der Straße bei Karches Glatteis auftrat, keine Polizei und kein Streudienst kam, weil viele Laster quer standen. Über das Relais am Ochsenkopf und einem Bayreuther Funkamateur konnte ich auf Wunsch der Lastwagenfahrer viele Firmen von dieser Zwangspause verständigen. Handy gab es noch nicht und der Betriebsfunk klappte wegen der Tallage auch nicht. Ich hing übrigens auch trotz Schneeketten fest.
Ein „Notfunk“ anderer Art war bei der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968. Laut Gesetz war und ist es Funkamateuren untersagt Propaganda über Funk zu verbreiten. Ab dem 21. August hörte ich aber auf Kurzwelle, wie unsere tschechischen Funkfreunde sich mit einem „NW QRT“ (jetzt Ende in der CW-Sprache) verabschiedeten, weil die Warschauer Truppen in ihre Nähe kamen. Ich war wirklich bestens über die „Besetzung“ informiert. Später erfuhren wir, dass in der DDR durch die Stasi den nicht "linientreuen" Funkamateuren die Senderöhren weggenommen wurden.
Als im Oktober 1977 die Lufthansamaschine „Landshut“ entführt wurde, hörte ich viele Stationen aus Israel (4X4), die bestens durch das Mithören des Funkverkehrs im Mittelmeerraum informiert waren. Am 18. Oktober konnte man sogar die Landung des deutschen Einsatzkommandos in Mogadischu hören. Der unverschlüsselte Funkverkehr wurde knapp unter unserem 14 MHZ Band geführt.
Für ängstliche Leser, weder Ihr Handyverkehr noch Ihre Internetauftritte werden von Funkamateuren mitgehört oder aufgezeichnet.